Ein Leitfaden zum Führungskräfte-Coaching, fünf typische Anlässe, die Werkzeuge der Hamburger Kommunikationspsychologie und der Ablauf in der Praxis.
Was Führungskräfte tatsächlich brauchen, ist selten mehr Werkzeug, sondern mehr Klarheit. Klarheit darüber, was sie wollen. Klarheit darüber, was die Menschen, mit denen sie arbeiten, brauchen. Und Klarheit über die eigene Stimme im Raum.
Genau dafür ist Führungskräfte-Coaching da. Es schafft einen Raum, in dem das geprüft werden kann, was im Tagesgeschäft selten Platz findet, die innere Ausrichtung, das eigene Bild von Führung, die schwierigen Gespräche, die zu lange aufgeschoben werden.
„Man kann einen Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken.“ , Galileo Galilei
Warum Coaching für Führungskräfte
Führung ist eine Position, in der niemand mehr ehrlich Feedback gibt. Mitarbeitende halten zurück, weil die Hierarchie das verlangt. Kolleg:innen halten zurück, weil sie selbst gerade gefordert sind. Vorgesetzte fragen nach Ergebnissen, nicht nach dem inneren Erleben.
Ein Coaching-Prozess füllt diese Lücke. Er bietet einen vertraulichen Resonanzraum, in dem Sie sich Ihre eigenen Themen anhören können, ohne dass jemand sie gleich bewerten oder lösen will.
Fünf typische Anlässe
1. Eine neue Rolle
Sie übernehmen Verantwortung für ein Team, eine Bereichsleitung, eine erste Führungsposition. Das, was Sie bisher fachlich stark gemacht hat, reicht nicht mehr. Die Anforderungen verschieben sich von Tun zu Ermöglichen, von Wissen zu Wirken.
2. Ein Konflikt im Team
Etwas knirscht, aber niemand spricht es aus. Oder es wird nur noch über Personen gesprochen, nicht mehr mit ihnen. Coaching hilft, das eigene Anteil zu klären und einen Weg zurück in den direkten Kontakt zu finden.
3. Eine Veränderungsphase
Restrukturierung, neue Strategie, Wachstum oder Schrumpfung, immer mehr Tempo. In solchen Phasen wirkt Coaching als Korrektiv. Es hält den Blick auf das, was unter dem Druck der Veränderung leicht verloren geht, die eigenen Werte.
4. Präsenz und Wirkung
Sie wirken anders, als Sie wirken möchten. Sie merken es an Reaktionen, die nicht zu dem passen, was Sie sagen wollten. Im Coaching machen wir die Lücke zwischen Selbst- und Fremdbild bearbeitbar.
5. Schwierige Gespräche
Eine Trennung. Eine kritische Rückmeldung. Ein Gespräch, das Sie seit Wochen vor sich herschieben. Wir bereiten es so vor, dass Sie nicht nur das Sachliche sagen, sondern auch die Beziehung erhalten, die Ihnen wichtig ist.
Was im Coaching geschieht
Wir arbeiten mit den Modellen der Hamburger Kommunikationspsychologie nach Friedemann Schulz von Thun. Sie wirken wie Korkenzieher, sie bringen Werte, Wünsche und blinde Flecken ans Licht.
Das Kommunikationsquadrat in der Führung
Wer leitet, sendet pausenlos auf vier Ebenen, oft ohne es zu merken. Eine vermeintlich sachliche Frage wie „Wie ist der Stand?“ kann auf der Beziehungsebene als Misstrauen ankommen, auf der Appellebene als Druck. Im Coaching üben wir, die eigenen vier Schnäbel bewusst zu wählen.
Das Innere Team in Entscheidungen
Eine Führungskraft, die zwischen zwei Optionen schwankt, hat selten ein Informationsproblem, sondern ein inneres Stimmen-Problem. Indem wir die inneren Anteile sortieren, wird sichtbar, welche Stimme gerade dominiert und welche nicht zu Wort kommt.
Werte in Spannung halten
Verlässlichkeit gegen Flexibilität. Klarheit gegen Empathie. Tempo gegen Tiefe. Das Werte- und Entwicklungsquadrat zeigt, dass es selten um ein Entweder-Oder geht. Gute Führung hält die Spannung zwischen zwei berechtigten Werten aus, statt einen abzuschaffen.
Phasen eines Coaching-Prozesses
- Erstgespräch (60 Min., kostenfrei): Anliegen und Ziel klären, Passung prüfen, Erwartungen abgleichen.
- Coaching-Reihe (4–8 Sitzungen): Arbeit am konkreten Material, Modelle, Reflexion, Übersetzung in den Alltag.
- Zwischenbilanz: Nach etwa der Hälfte schauen wir, was sich bereits verändert hat und was noch dran ist.
- Abschluss und Transfer: Was nehmen Sie mit, was bleibt offen, welche Frage gehen Sie weiter selbst an.
- Optional Follow-up: Eine bis zwei Sitzungen drei bis sechs Monate später, um zu prüfen, ob das Gelernte auch unter Druck trägt.
Was es bringt
Coaching bringt selten ein einzelnes Aha-Erlebnis. Es bringt etwas Stilleres und Tragfähigeres: Sie kommen häufiger in Kontakt mit dem, was Ihnen wirklich wichtig ist, und sprechen aus dieser Klarheit. Das hat Wirkung auf das Team, weil Klarheit ansteckt.
Konkret berichten Klient:innen nach einem Prozess häufig drei Dinge: weniger nachträgliches Zweifeln nach Entscheidungen, weniger ungeklärte Konflikte, mehr Souveränität in Gesprächen, in denen früher die Stimme weggekippt ist.
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Coaching-Prozess?
Vier bis acht Sitzungen sind die Regel, verteilt über zwei bis vier Monate. Bei größeren Veränderungen wie einem Rollenwechsel kann es länger gehen. Das wird nach der ersten Hälfte gemeinsam entschieden.
Online oder in Präsenz in Köln?
Beides möglich. Online ist flexibler und für viele Themen genauso wirksam. Präsenz in Köln, in der Apenrader Straße oder bei Ihnen vor Ort, wenn Auftritt und Wirkung im Mittelpunkt stehen.
Was unterscheidet Sie von anderen Coaches?
Mein Hintergrund. Ich habe über zwanzig Jahre als Story-Planerin bei RTL gearbeitet, das schärft den Blick für Erzählmuster und Dramaturgie. Dazu kommt die Ausbildung am Schulz-von-Thun-Institut. Beides zusammen ergibt eine Methode, die ich „Inneres Storytelling“ nenne.
Erstattet der Arbeitgeber die Kosten?
In vielen Unternehmen ja, vor allem für Personalentwicklungs- oder Führungskräfteentwicklungs-Budgets. Auf Wunsch stelle ich eine entsprechende Rechnung mit ausweisbaren Coaching-Leistungen.
Buchtipp
Friedemann Schulz von Thun: Miteinander reden 3, Das innere Team und situationsgerechte Kommunikation (Rowohlt 1998). Wer Führung als Inszenierungs- und Klärungsaufgabe verstehen will, findet hier die schönsten Werkzeuge.
Mehr zum Angebot in Köln auf der Seite Führungskräfte-Coaching in Köln. Für ein erstes Gespräch über das Kontaktformular.
